Skip to main content

Dr. Zimmermann an der AES

Dr. Jens Zimmermann stellt sich kritischen Fragen der AES Schüler

An die Turnhalle der Albert-Einstein-Schule in Groß-Bieberau hegt Dr. Jens Zimmermann, Fraktionsvorsitzender der SPD in der Stadtverordnetenversammlung Groß-Umstadt und Mitglied des Deutschen Bundestages für den Wahlkreis 187 (Odenwald), besonders positive Erinnerungen, absolvierte er hier in seiner Jugend doch zahlreiche Tischtennisturniere. Am 17.Juni 2021 betrat er nun in ganz anderer Absicht die heiligen Hallen und wurde vom kommissarischen Schulleiter Viktor Neufeld herzlich begrüßt.

Anlässlich des EU-Projekttages, das 2007 im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft von Angela Merkel initiiert wurde, um Schülerinnen und Schülern die EU näher zu bringen, lud die neue und engagierte Verstärkung der Schulleitung der AES, Hizniye Dursun, Leiterin des Fachbereichs II, Dr. Zimmermann zu einer Diskussionsveranstaltung mit Schülerinnen und Schülern der Mittel- und Oberstufe ein, um Politik aktiv erlebbar zu machen .“Diskussionen mit politischen Vertretern sind fester und besonders wichtiger Bestandteil des Fachbereichs II, um Schülerinnen und Schüler zu mündigen und politisch engagierten Bürgern zu erziehen und die demokratische Gesellschaft, in der sie leben, aktiv mitzugestalten“, so H. Dursun. „Inhalte sollen nicht nur passiv gelernt, sondern aktiv umgesetzt und gelebt werden.“ Teilgenommen haben eine Klasse aus der Q2 und eine Klasse aus der 10. Realschulklasse, die im Politik- und Wirtschafts-Unterricht Themen für diesen Tag vorbereitet haben und somit adäquate und mitunter recht kritische Fragen stellten.

Es wurden EU-relevante Themen diskutiert, wie beispielsweise die Zukunft der EU, Populismus in Europa, ebenso wie globale und lokale Themen, wie die Bildungspolitik der Bundesregierung, Wirtschaftspolitik u.v.m., und auch das eher heikle Thema, der Bau einer Umgehungsstraße in Reinheim, wurden thematisiert.

Als Digitalpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, wurde Dr. Zimmermann natürlich auf das Glasfasernetz angesprochen, für dessen Ausbau Bauarbeiten im ganzen Kreis Darmstadt-Dieburg zu beobachten sind und gefragt, ob Informatik nicht als Pflichtfach in Schul- und Lehrerausbildung eingeführt werden sollte. Sehr kritisch äußerten sich die Schülerinnen und Schüler über das ab nächstes Schuljahr geltende Verbot von Microsoft Teams, mit dem die Schule seit über einem Jahr erfolgreich arbeitet, und ohne das das coronabedingte Homeschooling bei weitem nicht so erfolgreich verlaufen wäre. Sorgen wurden auch über eine vierte industrielle Revolution geäußert, über das Wegfallen von Berufen aufgrund des technischen Fortschritts, und es zeigte sich, dass die Flüchtlingskrise und die Klimapolitik bei den Jugendlichen für Gesprächsstoff sorgen. „Warum wird nicht mehr in Wasserstoff-Energie investiert? Was halten Sie vom Kopftuchverbot? Was halten Sie von Satire in der Politik und was von Protestwählern?“ Auch wenn nicht alle Fragen gelöst werden konnten, so wurde sich zumindest bemüht auf alles eine Antwort zu geben – ob zufriedenstellend oder auch nicht – und dabei alle Anwesenden ins Boot zu holen, indem bei spezifischen Fragen zunächst der Hintergrund, sowie geschichtliche und politische Zusammenhänge erklärt wurden.

Ein besonderes Anliegen von Dr. Zimmermann war es Politik begreifbar zu machen, zu vermitteln, dass die Erreichbarkeit eines Vorhabens mit der Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger einhergeht, und ganz wichtig war ihm zu verdeutlichen, dass er bei dieser Veranstaltung keinen Wahlkampf betreibe. Sein Ziel sei es zu politischem Engagement zu motivieren.

Er selbst kam bereits während seiner Schulzeit zur Politik: angefangen als Klassensprecher und später Schulsprecher des Max-Planck-Gymnasiums in Groß-Umstadt, trat er 2002 als stellvertretender Jusos Unterbezirksvorsitzender der SPD bei, und sein politischer Werdegang nahm seinen Lauf. Und wer weiß, vielleicht sitzt unter den kritischen Fragestellern ja ein zukünftiger Bundeskanzler? H. Dursun versichert zumindest, dass es „auch in Zukunft immer wieder zu Begegnungen mit politischen Vertretern verschiedener Parteien und Organisationen an der Schule geben wird, um zu erkennen, dass der Weg in die Politik gar nicht so schwer ist oder sein muss, um aktiv bei politischen Entscheidungen mitbestimmen zu können.“ Fortsetzung folgt.

 

S. Klingler