Wir müssen reden - Futurelab 2030

https://futurelabschule2030.home.blog/

Am 26. 09. 2019 fand im Staatstheater Darmstadt eine Laborschau statt – die Abschlussprä­sentation des Projekts FUTURE.LAB Schule 2030 (https://futurelabschule2030.home.blog/), das in Zusammenarbeit mit dem Schulamt Darmstadt-Dieburg durchgeführt wurde.

Die Ergebnisse des FUTURE.LABs (Ausstellung, Videoinstallation, Vorführung, u.ä.) waren auch gedacht als Denkanstöße für die weitere Schulentwicklung und Beispiel für folgende Projekte an weiteren Schulämtern.

An mehreren Schulen in Darmstadt haben Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Altersstufen und Schulformen unter der Leitung von Künstlerinnen und Künstlern sich auf kreative Weise mit der Frage auseinandergesetzt, wie eine Schule der Zukunft aussehen muss und aussehen soll. Die Schülerinnen und Schüler haben sich wahrlich ernst genommen gefühlt. Das Spektrum der Äußerungen reichte von einfacher Kritik an zu vielen Hausaufga­ben und Vertretungsunterricht, über Protest gegen Mobbing und Überfrachtung mit Lernin­halten bis zur Beschreibung einer Überforderung, die zu einer Vernichtung der Persönlichkeit führt.

Schülerinnen und Schüler, die mitreden – sich einmischen – etwas verändern wollen? Eine Suche nach neuen Ideen für Schule – für eine Veränderung des Schulsystems? Das sind ge­nau die Themen, die viele Schülerinnen und Schüler und insbesondere die Schülervertretung der AES bewegen - und die auch manchen Lehrer und manche Lehrerin zum Nachdenken bringen. Diese Fragen stellen, neue Ideen entwickeln und Veränderung bewirken können – und das mit der Aufmerksamkeit und einem offenen Ohr des Schulamtes? So eine Chance lassen wir uns nicht entgehen.

Da traf es sich gut, dass „unsere“ Theaterpädagogin Andrea Fischer mit der Dokumentation des Projekts beauftragt ist und so den Anstoß geben konnte, dass auch die AES, spontan und unbürokratisch, in das Projekt hineinschnuppern konnte. Im Handumdrehen hat Andrea ein Video erstellt, das Gedanken, Ideen und Visionen von Schülerinnen, Schülern, Lehrerinnen und Lehrern der AES zeigt. Dieses Video lebt vom kreativen Potential unserer Schülerinnen und Schüler und stellt die Frage nach Aufgabe, Sinn, Chancen und Zukunft der Schule.




Gleichzeitig war es dann auch die Eintrittskarte für die AES zur Laborschau – der Abschluss-präsentation der Projekte. Teilnehmen konnten Ferdinand Remppis, einer der Schülerspre­cher der AES und Dagmar Ast, eine Lehrerin ohne Funktion in der SV, aber mit freiem Tag zum Termin.

Die Präsentationen zeigten sehr deutlich die oben schon erwähnte Kritik am System Schule, oft konkretisiert in einer Sehnsucht und dem Wunsch nach Natur und Schultieren. Wenn man sich die Mühe macht, genau hinzusehen, sind folgende Forderungen deutlich zu erken­nen: echte Gemeinschaft, Wertschätzung, Aufrichtigkeit, Gehört- und Gesehen werden.

Ausdrückliche und konkrete Visionen, die zu Alternativen und Änderungen führen könnten, kamen kaum oder gar nicht zur Sprache; die Schülerinnen und Schüler haben den Schritt von Kritik zu Vision nicht vollzogen - nicht vollziehen können? Wie auch? Wo in unserem System Schule wird gelernt, gerade dieses System zu verändern – wo werden Visionen entwickelt? Ist das überhaupt gewünscht?

Vielleicht müssen wir uns genau diesen Fragen stellen und vielleicht ist gerade das die Auf­gabe der AES.

Gemeinsam können SV und Kollegium Zukunft gestalten.

Dagmar Ast